WEIHNACHTEN 2022

10 Jahre Städtebauförderung auf dem Brühl

 

Nach zehn Jahren geht für den Brühl eine Ära des Wandels zu Ende,

ein Wandel von einem unsanierten, fast leblosen innerstädtischen Quartier im Jahr 2012 zu einem urbanen, lebendigen, geschäftstüchtigen und geliebten Quartier im Jahr 2022.

 

10 Jahre sind dennoch nicht viel für die Entwicklung einer Stadt.

Ein Blick zurück zeigt, was in dieser Zeit entstanden ist:

 

Fast alle Gebäude sind saniert, der Freiraum am Boulevard und im Umfeld wurde neu gestaltet und dabei seine prägenden Elemente erhalten, Grundschule und Schulhof sind saniert, das Musikkombinat in der ehemaligen Karl-Liebknecht Schule wächst, die ehemalige Aktienspinnerei wurde zur Zentralbibliothek umgebaut. Der Brühl hat ein modernes Fernwärmenetz das auch Solarwärme nutzt......... und Vieles mehr. Insgesamt wurden dabei ca. 8,5 Mio. Euro Städtebauförderung von Bund, Land und Stadt eingesetzt und weitere Mittel durch den Versorger eins energie in Sachsen GmbH. Die Förderung und die Steuerung der Gebietsentwicklung durch die Stadt mit der STEG Stadtentwicklung GmbH hat ein vielfaches an privaten Investitionen angeregt.

 

Es sind mittlerweile fast alle Wohnungen wieder belegt, ebenso die meisten der Gewerbeeinheiten. Dabei haben es die Corona-bedingten Einschränkungen dem Brühl in den letzten 2 Jahren nicht gerade leicht gemacht und haben aus diesen oder auch anderen Gründen auch zur Aufgabe einzelner Läden geführt.

 

Doch hinter allen dieser Gewerbeeinheiten stehen Menschen, auch junge Menschen, kreative Menschen, Existenzgründer - Menschen mit Visionen, Ideen und Mut, die den Brühl für sich als Lebens- und Arbeitstraum sehen.

Diese Menschen sind den letzten Jahren immer mehr geworden, sind zu einer großen Brühlfamilie zusammengewachsen.

 

NUR MIT IHNEN GEMEINSAM ist es gelungen, dem Brühl wieder die Lust am Leben einzuhauchen. Das Brühlmanagement der Stadt mit der STEG hat sie dabei 10 Jahre unterstützt.

 

2021 haben sich die aktiven und kreativen Gewerbe-Power-Frauen und -Männer nun den Hut dafür aufgesetzt, das Brühlmanagement in ein neues, beständiges Konstrukt zu verwandeln. Sie haben einen Verein gegründet, den BrühlBoulevard e.V.. In diesem sind alle willkommen, die sich an der Entwicklung des Brühls beteiligen möchten, sei es als Bewohner, als Gewerbetreibender, als Brühl-Liebhaber, etc.

 

Um diesen Prozess noch eine Weile zu begleiten und auch die Folgen der Coronakrise im Geschäftstreiben besser zu überstehen, ist der Brühl seit diesem Jahr Teil des neuen Innenstadtprojektes der Stadt - der „Kreativachse Chemnitz“ mit einem gut ausgestatteten Projektteam des Kreativen Chemnitz e.V..

Der Brühl wird dabei auch besser vernetzt mit der Achse zum Sonnenberg und der Straße der Nationen.

 

So konnte die STEG Stadtentwicklung GmbH mit dem Stadtplanungsamt der Stadt Chemnitz zum letzten 95. Brühlgremium den Staffelstab an den Verein und das neue Kreativ-Achse-Team übergeben.

 

 

Das Brühlmanagement sagt DANKE …

 

… für eine spannende Zeit

… für wertvolle Begegnungen mit Menschen, die den Brühl für sich entdeckten – als neue Bewohner und / oder als Händler und natürlich mit denen, die einfach dageblieben sind und wussten, was in diesem Quartier für Potentiale stecken

… für 95 Brühlgremien, die immer konstruktiv waren, mal mit längeren, mal mit kurzen Diskussionen, oft mit Ideengenerierungen für unsere besonderen Veranstaltungen

… an alle, die scheinbar keine Schnittstelle zum Brühl hatten und sich trotzdem für diesen interessieren und sich eingebracht haben

… für eine immer äußerst konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, insbesondere mit dem Stadtplanungsamt

… für die unendlich vielen Kooperationen; u.a. mit der TU Chemnitz, dem Alternativen Jugendzentrum AJZ, mit Ibb Ingenieurbüro Bauwesen GmbH, mit der GGG, diversen Eigentümern

… an alle Unterstützer, die zu Veranstaltungen einfach mit angepackt haben

 

Wir danken von Herzen …

Felix Adler, Peggy Albrecht, Daniela Anis, Christin Busch, Keren Cascione, Steve Conrad, Tobias Conrad, Lydia Dick, Jacqueline Drechsler, Uwe Dziuballa, Günther Ebert, Franziska Engelmann, Peter Fiebig, Sophia Foerg, Jennifer Follmann, Richard Friedrich, Martin Goretzky, Janette Graf, Hendrik Gransee, Marika Groh, Funny Gruhl, Kati Grundmann, Guido Günther, Bärbel Hauswald, Eric Heim, Dres. Ria & Harry Hieke, Rita Hoffmann, Sarah Hofmann, Rayk Hofmeister, Dr. Ina Hoyer, Wolfram Junge, Maximilian Kaiser, Geri Kanzok, Isabel Köder, Martin König, Holm Krieger, Caroline Kügler, Heidi Kütter, Falk Lange, Marcus Lehmann, Grit Linke, Dr. Urs Luczak, Rosa-Luxemburg-Grundschule, Angela Malz, Petra Markert, Dr. Anna Martini, Alexander Martin, Alexander Meller, Marta Mendibil, Verena Miros, Diana Pelta, Marco Pelta, Matthias Pohl, Markus Putbrese, Denise Quarch, Andreas Radtke, Jochen Reichmann, Ingmar Rothe, Natalia Schaubert, Mathilde Schliebe, Sven Schöppe, Evelyn Schubert, Tatjana Schweizer, Barry Sloan, Stefan Slogsnat, Angelika Smyschlajew, Veronika Stein, Bärbel Steiner, Grit Stillger, Michael Stötzer, Ulrich Täuber, Michael Trauf, Alexander Trobisch, Heike Wöstenberg, Andre Zimpel ... und allen anderen, die wir jetzt evtl. vergessen haben (und vorab dafür um Verzeihung bitten)

 

 

Wir wünschen Ihnen & Euch für die Zukunft weiterhin wunderbare gemeinsame Projekte, verrückte Ideen, neue Geschäfte und Bewohner, zufriedene und neue Kunden und ein grandioses 2025, von dem die ganze Stadt lange profitieren wird.

 

Wir wünschen dem Brühl eine weitere positive Entwicklung, dass Herausforderungen solche bleiben und anspornen, dass Bewohner, Besucher, Touristen, Investoren und Neugierige sich wohlfühlen und vielleicht den Brühl ebenso für sich entdecken – auf dass er sich weiter entwickelt zu dem Kleinod mitten in Chemnitz, welches er einmal war und heute ist; nur eben anders.

 

Jens Brendel & Claudia Bieder

Projektleiter investiv    Projektleiterin nichtinvestiv

 

STEG Stadtentwicklung GmbH

www.steg.de

 

 

 

 

 

 

Der Brühl Boulevard in Zahlen, Daten und Fakten

 

Ein Fördergebiet in der Städtebauförderung von 2012 – 2022

(Fördermaßnahme von Bund/Ländern und Gemeinden im „Aktive Stadt-und Ortsteilzentren“ – SOP)

 

Rückblick

 

Im Februar 2012 hat die Stadt den Antrag auf Städtebauförderung für den Brühl bei der SAB eingereicht, im April 2012 wurde vom Stadtrat die „Städtebauliche Planungsstudie zur Entwicklung des Gebietes Brühl - Boulevard in Chemnitz“ von Albert Speer & Partner GmbH als Rahmenplan und Grundlage für das potentielle Fördergebiet bestätigt. Ein integriertes Handlungskonzept wurde aufgestellt.

Im August 2012 gab es die Fördermittelzusage der SAB-Förderbank und es erfolgte durch die Stadt die Beauftragung der STEG Stadtentwicklung GmbH für die Programmbegleitung.

 

Die Städtebauförderung Programm SOP besteht im Wesentlichen aus zwei Themen:

 

1)  Der investive Bereich

Hier war die STEG in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt der Fördermittelmanager, also Ansprechpartner für Eigentümer, die Fördermittel zur Sanierung Ihrer Objekte einsetzen. Eigentümer wurden bei der Sanierung beraten, die Mittel entsprechend der Konzepte einzusetzen und abzurechnen.

 

Was konnte im Durchführungszeitraum 2012 – 2022 umgesetzt werden?

Fördermittel: 8.476 T€ (Bund/Land/Stadt) davon Finanzhilfe: 5.550 T€ (Bund/Land) Hierbei handelt es sich nur um die Fördermittel i.S. einer Anschub- finanzierung, die tatsächlichen Investitionen betragen ein Vielfaches der Förderung!

 

Dabei waren die wesentlichen Handlungsfelder

 

  • Erhalt und Aufwertung der gründerzeitlichen Quartiersstruktur
  • Freiraumaufwertung
  • Entwicklung einer lageadäquaten Gewerbenutzung
  • Stärkung der Wohnfunktion durch Sanierung und Neubau
  • Aktivierung privater Investitionen durch öffentlich geförderte Impulsprojekte
  • Sicherung der Zentrensfunktion
  • Nachfragestärkung durch besondere Vermarktungspolitik und Kooperation 
  • Umsetzung eines innovativen energetischen Quartierskonzeptes

 

Die „investive“ Bilanz

 

  • 61 Einzelmaßnahmen im öffentlichen Freiraum und privatem Gebäudebestand wurden gefördert
  • 430 Wohneinheiten in geförderten Gebäuden
  • 42 Gewerbeeinheiten in geförderten Gebäuden
  • 5 Projekthäuser wurden mit einer neuen Nutzung versehen
  • Das Musikkombinat wurde in 9 Teilabschnitten unterstützt (Innenausbau/Elektrik/Fenster)
  • Die Neugestaltung der Freiflächen im Karree 1 wurde gefördert
  • Umgestaltung mit Baumpflanzung entlang der Mühlenstraße realisiert
  • Der Freiraum des Brühls mit einer Quartiersmitte wurde neu gestaltet
  • Das LowEx Fernwärmenetz wurde gefördert
  • Der Schulhof der Rosa-Luxemburg-Grundschule wurde saniert

 

 

2)   Der nichtinvestive Bereich

Hier war die STEG Ansprechpartner für alle anderen Belange rund um den Brühl, insbesondere als Networker, Organisator und Moderator tätig zur Stärkung der Zentrenfunktion.

 

Die wesentlichen Handlungsfelder waren

 

  • Brühlmanagement / Brühlbüro
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Marketing
  • Netzwerkarbeit
  • Aktivierung von Gewerbeleerständen
  • Verfügungsfonds für Mikroprojekte lokaler Akteure

Die „nichtinvestive“ Bilanz

  • 95 Brühlgremien durchgeführt
  • ca. 20 Veranstaltungen organisiert (u.a. 180 Jahre Brühl, Lichterfest, Lichterlabyrinth, „Eine Sause nach der (corona-)Pause“, Tage der Städtebauförderung, „BrühlAdvent“, „Sommer aus.Licht an.“,
  • viele kleinere und größere Aktionen begleitet (u.a. Kultursommer, IBUG, BrühlDinner, Festival KOSMOS))
  • Inventar für eine gemeinsame Nutzung angeschafft
  • 2 Jahre Corona überstanden – mit ganz viel Kraft und Ausdauer
  • Den Brühl zum Leuchten gebracht (gemeinsam dafür gesorgt, dass die neuen Lampen im alten Design erscheinen)
  • meist sehr konstruktiv mit Stadtverwaltung und Politikern diskutiert und kooperiert
  • ca. 180 T € im Brühlfonds umgesetzt und dazu auch Sponsorenmittel eingeworben

 

Die gute Entwicklung als Gebiet erfolgreicher Stadtsanierung in so kurzer Zeit sprach sich herum und wurde auch ein begehrtes Ziel für Politiker und Studienreisende..…

 

Der damalige Staatsminister des Innern Markus Ulbig überbrachte in 2012 den Fördermittelbescheid.

Der damalige Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz diskutierte in 2013 im Brühlbüro mit ca. 80 Gästen über die zukünftige Städtebauförderung auf nationaler und europäischer Ebene.

In 2021 besuchte der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig im Rahmen seiner Wirtschaftstour den Brühl und war sehr begeistert von der Entwicklung des Boulevards und von den vielen dynamischen Akteuren, die er kennenlernen durfte.

 

Der Brühl wurde Forschungsfeld des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWost) des Bundes. Das Energiekonzept und seine Umsetzung sind Referenzprojekt in der energetischen Stadtsanierung im Bundesprogramm. Das Brühlmanagement und alle kooperativen Beteiligungen wurden als gutes Beispiel in einer Studie zu partizipativen Planungsprozessen des Bundes aufgenommen und in der Initiative „Kooperationen im Quartier“ mit den Verbänden der privaten Eigentümer - Haus & Grund.

 

Vieles ließe sich noch aufzählen…. und es geht weiter, jetzt in der „Kreativachse Chemnitz“ mit Unterstützung bis 2025 aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“.

 

Grit Stillger & Jens Brendel & Claudia Bieder

Stadtplanungsamt