Energetisches Quartierskonzept Brühl als Modellvorhaben ausgewählt

Projekt ist nun eines von 12 Stellvertreterprojekten bundesweit

Chemnitz wurde mit dem energetischen Quartierskonzept Brühl und dessen Umsetzung als eines von 12 sogenannten Stellvertreterprojekten der 260 bundesweiten Vorhaben für die Begleitforschung im Programm zur energetischen Stadtsanierung der KfW - Kreditanstalt für Wiederaufbau ausgewählt. Pilotprojekt für Sachsen ist das Vorhaben am Brühl bereits.

Damit beginnt ein intensiver Austausch mit dem Bund. Mit der Begleitforschung hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesbauministeriums das Büro  "Urbanizers Büro für städtische Konzepte" ausgewählt. Expertengespräche vor Ort mit den umsetzenden Partnern werden nun geführt.

Gemeinsam haben die eins energie in sachsen und die Technische Universität Chemnitz mit der Stadt Chemnitz ein energetisches Quartierskonzept für den Brühl erstellt, das den großflächigen Einsatz von erneuerbaren Energien und den Ausbau eines Niedertemperatur-Fernwärmenetzes vorsieht. Das Konzept wird durch den Bund und den Freistaat Sachsen als Pilotprojekt gefördert.  

Dieses sieht den großflächigen Einsatz von erneuerbaren Energien und den Aufbau eines Niedrigtemperatur-Fernwärmenetzes, gekoppelt mit einem zu errichtenden Solarthermiefeld, vor. Bis 2018 sollen im Zusammenhang mit der städtebaulichen Entwicklung und zur energetischen Ertüchtigung etwa acht Millionen Euro investiert werden. Dabei wird die Umsetzung aus dem Bund-Länder-Förderprogramm SOP – Brühl Boulevard unterstützt.

Fernwärme wird im Chemnitzer Heizkraftwerk Nord gleichzeitig mit Strom produziert (Kraft-Wärme-Kopplung). Aufgrund der optimalen Ausnutzung der Brennstoffe gilt dieser Herstellungsprozess als effizient und umweltfreundlich. Auf dem Brühl wird mit der Umsetzung des energetischen Quartierskonzeptes noch ein Schritt weitergegangen. Die Fernwärme soll die Häuser mit einer Temperatur von ca. 80 °C erreichen (LowEx-Fernwärme) gegenüber 120 °C bei konventioneller Fernwärme. Damit kann zusätzlich ein Teil der benötigten Wärme mit Hilfe einer solarthermischen Anlage aus der Kraft der

Sonne gewonnen werden. Auf dem Gelände der eins an der Georgbrücke, wird auf einer Gesamtfläche von rund 3.200 Quadratmetern eine solarthermische Großanlage errichtet werden. Sie wird das Wasser im Kollektorfeld auf über 80 °C erhitzen. Nicht unmittelbar

benötigte Energie wird gespeichert und dann genutzt, wenn die Sonne nicht scheint. Neue Heizzentralen in den Gebäuden, die rechnergestützt in ständiger Verbindung stehen, werden regeln, dass überall ausreichend, aber nirgendwo zu viel Energie vorhanden ist.

Durch die Sanierung der Gebäude im Rahmen des energetischen Quartierkonzepts mit der LowEx-Fernwärme können die CO²-Emissionen gegenüber konventionellen Heizungsarten bis 2020 um ca. 42 Prozent sinken – perspektivisch ist sogar eine Reduzierung um bis zu ca. 82 Prozent möglich bei Einspeisung weiterer erneuerbarer Energien in das Fernwärmenetz.

Auch finanziell zahlt sich die Nachhaltigkeit aus: LowEx-Fernwärme ist zulässige Ersatzmaßnahme nach dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz. Bei der Einhaltung der Anforderungen der Energieeinsparverordnung können sich dadurch positive Auswirkungen bei der Gebäudesanierung ergeben bzw. die geringeren Primärenergieverbräuche können zu besseren Fördermöglichkeiten bei der Sanierung führen.

Hauseigentümer werden von den Partnern der Brühlentwicklung – dem Brühlbüro mit dem Sanierungsträger STEG Stadtentwicklung GmbH, dem Projekt KiQ – Kooperation im Quartier als Ansprechpartner für die Anliegen der Eigentümer sowie natürlich der eins energie in sachsen beraten und unterstützt. Die gemeinsame Zusammenarbeit und Ansprache am Brühl ist auch zentraler Bestandteil des energetischen Quartierskonzeptes.

Zusätzlich bietet die eins energie in sachsen zusammen mit der Stadt kostenfreie energetische Gebäudepässe an. Sie zeigen neben grundlegenden Gebäudedaten auf, was eine energetische Sanierung bewirken kann. Der Gebäudepass dient als

Ratgeber in allen Fragen der energetischen Sanierung und als Hilfestellung für die Inanspruchnahme von Fördermitteln. Bereits 43 Gebäudepässe wurden ausgereicht.

Die Baumaßnahmen zur Einrichtung des Fernwärmenetzes sind bereits im letzten Jahr angelaufen. Bis 2018 wird das Netz entsprechend am und rund um den Brühl ausgebaut sein.

0

Einen Kommentar schreiben

Datenschutz*