Brühl: Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen beginnen

Bauvorhaben am Brühl werden konkret

„Der Brühl wird zur Baustelle und das ist eine sehr gute Nachricht! In den nächsten Jahren wird mit den zahlreich anstehenden Sanierungen wieder mehr Leben in das Quartier einziehen“, so fasst Oberbürgermeisterin Ludwig die nun absehbare Entwicklung rund um den Boulevard zusammen. Die Aktivitäten von Investoren und Eigentümern bezüglich des Kaufs und der Entwicklung von Gebäuden am Brühl habe sich so entwickelt, dass in den nächsten Jahren ein großer Teil des Gebäudebestands saniert werden wird.

Dies ist die Botschaft aus der heutigen Präsentation der nun anlaufenden und geplanten Sanierungsvorhaben im Brühlbüro. Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, Brühlmanager Urs Luczak, Vertreter der Dritten Sinus Beteiligungs GmbH & Co. KG (Unger Gruppe), die Geschäftsführerin der GGG, Simone Kalew, und weitere Partner haben über die getätigten und geplanten Vorhaben berichtet. Dazu gab es Informationen zu den begleitenden Maßnahmen im öffentlichen Raum sowie Projekten und Aktivitäten des Brühlmanagements.
 
Mit der Unger-Gruppe wurde der erste größere Investor gefunden, der am Brühl investiert – im Karree 5 werden nun zehn Gebäude entwickelt. Derzeit ist Baubeginn. Etwa ab Jahresmitte können sich die ersten Interessenten für nähere Informationen an ein Büro des Unternehmens vor Ort wenden.
 
Die GGG hat ihre Sanierungstätigkeiten im Karree 1 bereits abgeschlossen. Simone Kalew betont die positive Nachfragesituation und kündigt weitere Vorhaben der GGG an. In diesem Jahr noch wird die Sanierung der beiden Gebäude Brühl 51 und Herrmannstraße 9 in höherwertigem Standard folgen.
 
Der Brühl 36, an der Ecke Herrmannstraße, wurde von einem privaten Eigentümer erfolgreich saniert – Wohn- und Gewerbeeinheiten sind bereits vollständig vermietet. Der Brühl 54 und 61, letzteres durch die Brühlpioniere, sind nahezu fertiggestellt.
 
Es wird deutlich: Ein großer Teil des Brühls wird bald entwickelt werden, neue Bewohner werden auf den Brühl ziehen. „Wir sind zuversichtlich, dass auch die Vermarktung der Wohn- und dann der Gewerbebestände erfolgreich verlaufen wird“, so Oberbürgermeisterin Ludwig. Denn die Nachfragen im Brühlbüro seien zahlreich vorhanden. Das Brühlbüro wird nun zur Anlauf- und Vermittlungsstelle werden.
 
Weitere Bestände der GGG wurden erfolgreich an Private verkauft – so die Karl-Liebknechtstraße 33 bis 37 und 41, die Herrmannstraße 1 und 3 sowie der Brühl 55. Für alle diese Bestände liegen seitens der neuen Eigentümer Planungen für Sanierungen vor für die nächsten Jahre bis etwa 2017, abgesichert durch Sanierungsverpflichtungen im Kaufvertrag.
 
Dazu beginnen derzeit weitere private Eigentümer ihre Sanierungen.
 
Insgesamt sind es damit 27 Gebäude, die in den nächsten Jahren saniert werden, seit 2011 wurden 12 Bestände hergerichtet. „Immobilienwirtschaftlich ist dies ein großer Erfolg: Die Strategie der gemeinsamen Entwicklung des Brühls ist aufgegangen“, berichtet Oberbürgermeisterin Ludwig. Insbesondere das gemeinsame Engagement, des Brühlmanagements, des Projektes KiQ – Kooperation im Quartier, des Freistaates und der TU mit der geplanten Entwicklung der Alten Aktienspinnerei zum Kern eines neuen Universitätsquartiers sowie auch das Förderprogramm SOP sind es, die diese Entwicklung möglich machten. Mit dem Baubeginn zur Einrichtung der Zentralbibliothek sind dann weitere Impulse zu erwarten.
 
Da es neben der rein immobilienwirtschaftlichen Entwicklung das Ziel ist, ein urbanes, lebendiges Quartier der Möglichkeiten zu schaffen, sollen nun mit den verbleibenden Beständen Möglichkeiten für Initiativen und Projektträger für neue Wohn- und Arbeitsformen, andersartige Nutzungskonzepte entstehen. Das Brühlbüro ist Anlaufstelle für solche Ansätze und Ideen, erste Konzepte liegen bereits vor.
 
Auch der Ausbau des Musikkombinates in der ehemaligen Karl-Liebknecht-Schule schreitet erfolgreich voran. Eine Eröffnung ist für Oktober diesen Jahres avisiert. Ebenso gibt es Überlegungen, die ehemaligen Turnhallen weiter zu ertüchtigen mit kulturellen Aktivitäten, die im Quartier verträglich sind.
 
Parallel wird die Stadt weitere Maßnahmen im öffentlichen Raum ergreifen. Einzelne Baumpflanzungen in Seitenstraßen sind bereits erfolgt, weiter geht es in den nächsten Jahren mit der Umsetzung des Verkehrskonzeptes und der weiteren Gestaltung des Brühls. Der Charakter des Boulevards bleibt erhalten trotz Befahrbarkeit – entstehen wird eine verkehrsberuhigte Zone (shared space) eines Nebeneinanders der verschiedenen Verkehrsteilnehmer. Die Podeste werden umgestaltet, Teile der Umfassungsmauern abgetragen, um eine Barrierefreiheit und eine Öffnung der Terrassen zum Boulevard zu erzielen. Im Eingangsbereich an der Georgstraße wird ein Marktplatz mit einer Aufpflasterung entstehen.
 
Und auch die Umsetzung des energetischen Quartierskonzept ist im vollem Gange. In den nächsten Jahren bis 2018 werden die neuen Fernwärmetrassen gelegt, einzelne Gebäude an das LowEx-Niedertemperaturnetz angeschlossen – die Errichtung der Solarthermieanlage gegenüber auf der anderen Seite der Chemnitz folgt. Chemnitz wurde als eines von zwölf Modellprojekten der 260 bundesweiten Vorhaben im Programm zur energetischen Stadtsanierung der KfW ausgewählt.
 
„Die nächsten Jahre am Brühl werden also entscheidend sein“, so Oberbürgermeisterin Ludwig. Hauptaugenmerk liege nun insbesondere in der Vermarktung von Wohnungen, aber auch in der Entwicklung weiterer Projekte sowie im Anziehen von Gewerbe, von Einzelhandel und Gastronomie, von kreativen Nutzungen. Auch hier sind positive Zeichen zu vermerken. Der Brühl 24 an der Ecke zur Georgstraße mit einem modernen Antiquariat und der Brühl 36 mit einem Cafe werden voraussichtlich im Frühjahr starten. Weitere mögliche Vermietungen zeichnen sich bereits ab.