Städtebauliche Planungsstudie zum Brühl wird fortgeschrieben

Der Stadtrat hat in seiner gestrigen Sitzung die Fortschreibung der Städtebaulichen Planungsstudie für den Brühl beschlossen.

Hintergrund sind die sich aus konkreten Abstimmungen mit Anliegern, Eigentümern und potenziellen Investoren ergebenden Anforderungen, Interessen und Bedürfnisse, die zu ausgewählten Aspekten eine Fortschreibung und Präzisierung der bestehenden Städtebaulichen Planungsstudie von Speer und Partner erfordern. Denn für einzelne Karrees des Brühls zeichnen sich gegenwärtig konkrete Investitionsabsichten der vorhandenen privaten Eigentümer und der GGG in ihren Gebäudebestand ab bzw. sind entsprechende Maßnahmen bereits in der Durchführung. Insbesondere haben sich einzelne Aspekte in Karreerunden, Werkstätten, im Brühlgremium und in Bürgerplattformen bei der gemeinsamen Arbeit des Brühlmanagemenents, des Brühlbüros und des Projektes KiQ – Kooperation im Quartier ergeben.

Damit wird für die Eigentümer am Brühl und für neue Investoren sowie für den Ausbau der Infrastruktur die notwendige Investitionssicherheit geschaffen. Die ursprüngliche städtebauliche Planungsstudie von Albert Speer und Partner, die der Stadtrat im April 2012 verabschiedete, gibt in ihrer komplexen Aussage im Sinne einer Masterplanung weiterhin die grundsätzliche Entwicklungsrichtung für das Gebiet vor.

Neben städtebaulichen Anpassungen wie der Verzicht auf öffentliche Durchwegungen der Karrees 5 und 6, der Option eines Anliegerparkhaus sowie einzelnen Vorgaben für den Gebäudebestand, Neubauten und Innenhofgestaltungen sind insbesondere Eingangssituation und Aufteilung des Boulevards sowie Parkierungs- und Verkehrsführungskonzept die relevanten Aspekte der Fortschreibung.

So soll die städtebauliche Situation am Brühleingang an der Georgstraße aufgewertet und neu geordnet werden. Hier ist Ziel, den bestehenden Platz zu einem Markt- bzw. Quartiersplatz als Ziel- und Verknüpfungspunkt der Fußgängerbeziehungen zwischen dem Brühl und dem Bereich Schillerplatz/ Karl-Liebknecht-Straße umzugestalten und damit die bessere Anbindung des Brühlgebietes an die Innenstadt zu unterstützen.

Der sogenannte „Kiezboulevard“ wird bis zur Elisenstraße erweitert, da sich die Chance eröffnet im Rahmen der Gebäudesanierung im Karree 5 die Erdgeschosszone durch Läden und Gastronomie zu beleben. Die Quartiersmitte profitiert entscheidend von den angrenzenden kulturellen und schulischen Einrichtungen. Sowohl das Musikkombinat in der ehemaligen Karl-Liebknecht-Schule als auch die Rosa-Luxemburg-Schule bieten zusammen mit möglichen Geschäftsnutzungen im Karree 5 das Potenzial für die Belebung des öffentlichen Raumes mit besonderem Fokus auf die Vorfläche der Schule. Der Wohnboulevard beschränkt sich auf den Abschnitt nördlich der Elisenstraße.

Auch eine Präzisierung des Verkehrskonzeptes wurde beschlossen. So sollen unter anderem schrittweise Bewohnerparkzonen im Bereich um den Brühl ausgewiesen werden, um für die Anlieger entsprechend hinreichend Parkmöglichkeiten bei der laufenden Entwicklung des Gebietes zu gewährleisten. Die Form der zukünftigen Befahrbarkeit des Brühls, die zur Erschließung der sich entwickelnden Wohngebäude mit Ladennutzungen notwendig ist, wird weiter präzisiert. Der Abschnitt zwischen Georgstraße und Unterer Aktienstraße bleibt reine Fußgängerzone. Dieser Abschnitt stellt eine Auftaktsituation für den Brühl-Boulevard dar, der in seiner prägnanten Situation erhalten bleiben soll. Der anschließende Brühl-Boulevard zwischen Unterer Aktienstraße und Zöllnerstraße wird als „Verkehrsberuhigter Bereich“ ausgewiesen. Die grundlegende Gestaltung und der Charakter als fußläufiger Boulevard bleibt damit erhalten, der überwiegenden Aufenthalts- und Erschließungsfunktion des Brühl-Boulevards wird Rechnung getragen. In diesem sogenannten „Shared-Space-Bereich“ hat der Fahrzeugverkehr, für den Schrittgeschwindigkeit gilt, eine untergeordnete Bedeutung.

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Stadtkenner

Warum Baut man ein Parkhaus dorthin wo einst das Plattenhaus Stande? Warum darf das Unansehnliche erste Plattenhaus doch stehen bleiben? Wieso baut man nicht an dieser Stelle ein komplettes neues Karree? Warum Baut man nicht Intelligenter Weise Tiefgaragen in die vorhandenen Karrees mit ein, so wie es andernorts bereits üblich ist?
Warum erhält man nicht die Platte an der Georgstraße bis zum Schillerplatz gesamt und erhält eine Straßenstadtstruktur? Warum ist die GGG immer noch der Hauptdarsteller? Warum ist die GGG nach einer Verabschiedung vom Brühl doch anwesend bei Planung und Durchführung?
Warum lässt man dritte Investoren nicht selbst entscheiden was und wie sie ihre Höfe gestalten?
Warum habe ich das Gefühl, das der Brühl nicht das wird, was er werden sollte?

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